Monkeydick Productions - Performance of Performance


June 8th, 2008

Kunst Altonale - GENTRIFIER OFFICE

Liebe Organisator_innen und Besucher_innen der Kunst-Altonale,
liebe Familie Monkeydick, und natürlich vor allem lieber Herr Fricke,

denn wir müssen insbesondere ihm und seinen Mitarbeiter_innen von der Reinigung PRIMAVERA (Neue Groβe Bergstraβe 13) für die Unterstützung unseres Auftritts bei der Kunst-Altonale danken. Ganz im Sinne des calvinistischen Amerikas, aus dem ich meine Grußworte an die Öffentlichkeit schicke: Cleanliness is next to godliness! Das ansonsten eher laizistische Unternehmen Monkeydick-Productions sieht in dem Zusammengehen von Kapitalismus und Protestantismus ein enormes Potential, von dem sich Europa durchaus noch ein Scheibchen abschneiden kann.

Aufgrund eines Austauschprogramms für Frauen in der Wirtschaft bin ich, Friedel Monkeydick, leider verhindert, der Einweihung unseres GENTRIFIER-OFFICEs beizuwohnen. Dennoch lasse ich es mir nicht nehmen, ein paar kurze ungezwungen-effiziente Grußworte von Übersee aus der Finanzmetropole New York über den großen Teich zu senden.

Das GENTRIFIER-OFFICE ist Teil unseres Gentrifikatorenprojekts, im Rahmen dessen es darum geht, neben der „offiziellen“ Darstellung als Beratungsunternehmen, das Regionen Best-Practice-Beispiele zur Gentrifizierung liefern möchte, eigene Verwobenheiten mit Gentrifizierungsprozessen, wie sie sich in potentiell upcoming Neighborhoods vollziehen, zum Ausdruck zu bringen. Dabei soll die Unternehmensbroschüre „Performance of Performance“, in der wir uns bereits 2007 mit einem Gentrifizierungsaspekt, nämlich dem Begehren nach hippem City-Living, auseinandersetzten, Gegenstand der Diskussion werden. Schwerpunkt von GENTRIFIER-OFFICE werden die städtebaulichen/architektonischen Veränderungen in Altona und die ambivalenten Reaktionen der AnwohnerInnen hierauf sein.

Und was ist dafür nicht ein geeigneterer Ort als Werner Frickes Reinigung PRIMAVERA? Dafür, dass Monkeydick-Productions die Möglichkeit gegeben wird, in dieser unverderbten Atmosphäre zu arbeiten, möchte ich allen beteiligten Instanzen, der Kunst-Altonale, unserem Gastgeber Werner Fricke sowie seinem Team und ganz besonders den fleißigen Mitarbeiter_innen meines Unternehmens Monkeydick-Productions danken. Vielen Dank, dass Ihr alles für meinen großen Auftritt am 19. Juni 2010 vorbereitet habt. An diesem Tag werde ich von 13 bis 18 Uhr in der Reinigung PRIMAVERA (Neue Groβe Bergstraβe 13) der interessierten Öffentlichkeit Frage und Antwort stehen. Vielen Dank für Eure Mühe!

Mit begeisterten Grüßen Eure

Dr. Friedel Monkeydick

 

 

Advanced Ambivalence - Die Grenze der Performance

Tanja Bruns und Laura Höffer

Am 30.01.2010 wurden wir, zwei Studentinnen der Universität Oldenburg, in das Ambivalence Center (AC) des Unternehmens “Monkeydick-Productions” nach Hamburg zu einer Fortbildung eingeladen. Der Tag stand unter dem Thema “die Grenze der Performance”. Unter der Leitung von Dr. Lab Monkeydick setzten wir sowie drei weitere Monkeydicks uns zum Einstieg mit dem Begriff der Ambivalenzproduktion und der Performance auseinander. In einer Übung wurden zu verschiedenen Thesen Standpunkte eingenommen und erläutert. Aussagen, wie z. B., dass eine Performance einer Performance wieder eine Performance sei, führten zu einem Meinungsaustausch. Die Auseinandersetzung mit einer Methode der Ambivalenzproduktion, “Betzavta” (dt. Miteinander) stellte den Haupttagespunkt der Fortbildung dar. Dr. Lab Monkeydick referierte über den historischen Hintergrund, der mit der Friedensdemonstration gegen den Libanonkrieg im Jahr 1983 begann.

 

Im Anschluss daran wurde eine Einordnung des Betzavta-Programms in die Bereiche politische Bildung, kulturelles und soziales Lernen, Demokratie lernen sowie Mündigkeit/Selbstbestimmung vorgenommen, die auf die prinzipielle Anerkennung des gleichen Rechts auf freie Entfaltung beruhen. Bei dem demokratischen Grundprinzip herrscht eine prinzipielle Gleichwertigkeit sich widersprechender Prinzipien in Bereichen Sicherheit – Freiheit, Anerkennung von Vielfalt – Reduktion von Komplexität, Gleichbehandlung – Ausgleich von Ungerechtigkeit, Lösungsorientierung – Bedürfnisorientierung und auch Mehrheitsprinzip – Minderheitenschutz vor. Die Gleichwertigkeit wurde am Beispiel der Konflikt-Dilemma-Methode aufgezeigt. Das bedeutet, dass sich in einem Gespräch Meinungsverschiedenheiten ergeben können (Konflikt). Eine Gesprächsperson vergleicht die beiden unterschiedlichen Meinungen, wägt sie ab (Dilemma) und präsentiert anschließend ihren Lösungsvorschlag als Kompromiss der anderen Person (Integration und Lösung). Auf unterschiedliche Weise werden somit bei „Betzavta“- Übungen externe Konflikte der Teilnehmer_innen in interne Dilemmata überführt, ohne die Konfliktpositionen zu harmonisieren. „Betzavta“ soll in verschiedenen Übungen Möglichkeiten bieten, bei den Teilnehmenden ein anderes qualitatives Verständnis von Demokratie hervorzurufen. Diese Bewusstseinsbildung sollte ebenfalls in der von Dr. Lab Monkeydick gewählten Übung erzeugt werden. Die Übung war so strukturiert, dass die einzelnen Teilnehmer_innen sich zu bestimmten Fällen positionieren mussten. Dabei gab es drei Positionen, die wir Teilnehmer_innen einnehmen konnten. Schilder, die für diese drei Positionen standen, wurden im Raum angebracht. Wir konnten uns entscheiden, ob der jeweils beschriebene Fall gesetzeswidrig oder gesetzeskonform ist. Die dritte Wahlmöglichkeit bestand darin, dass wir uns unter dem Schild „unentschlossen“ platzieren konnten. Nach der Wahl des Standpunktes sollte jeder Teilnehmende seine Beweggründe für die entsprechende Wahl nennen. Nachdem jeder seine Position begründet hatte, gab es die Möglichkeit, sich umzuentscheiden und sich neu zu platzieren. 

Das Seminarprinzip beruhte somit auf den Bausteinen Demokratische Prinzipien, Mehrheit und Minderheit, Grundrechte, Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und Demokratische Entscheidungsfindung. Die entsprechende Didaktik sollte Entscheidungs- und Einigungsprozesse in Gang setzen sowie Konflikte evozieren. Weiter wurden Inhalt und Prozess, stillschweigende Annahmen, Umgang in der Gruppe, Verantwortung des Einzelnen sowie Bedürfnisse versus Ergebnis thematisiert. Die Differenzierung der Begriffe kann dabei in einem Konflikt, einem Problem, einer Empathie oder einem Prinzipiendilemma auftauchen.  

Nach dieser kleinen Fortbildung sollte es eine halbe Stunde Pause geben. Zuvor wurde jedoch auf einem Zettel aufgeschrieben, was wir während der Pause gerne machen würden. Im Anschluss sollten wir Teilnehmenden uns ein Stück von einem Zwirn abschneiden und irgendwo an unserem Körper befestigen. Das andere Ende wurde mit den Enden der anderen verknüpft, so dass wir zusammen als Gruppe vereint waren. Mit dieser Situation wurden wir von Dr. Lab Monkeydick in die Pause entlassen. Zunächst rief dies bei uns Unverständnis hervor. Wir wussten nicht, wozu das „Angebunden-sein“ diente und ob wir uns einfach von dem Seil befreien durften. Eine Teilnehmerin entschloss sich schließlich dazu, sich vom Seil und somit von der Gruppe zu lösen. Diese Tatsache wurde von uns hingenommen. Anschließend band sich eine weitere Teilnehmerin los und entfernte sich. Von der Gruppe blieben somit ein Mitglied der Monkeydicks und wir Studentinnen übrig. Wir tauschten dann unsere zuvor aufgeschriebenen Wünsche für die Pause aus. Infolgedessen führte uns - auf unseren Wunsch hin – dann das Firmenmitglied durch die Räume von Monkeydick-Productions. 

Nach dieser Führung wurde uns von den Monkeydicks die landschaftliche Umgebung, in welcher das Ambivalence Center seinen Sitz hat, gezeigt. Ein Spaziergang durch den angrenzenden Botanischen Garten und dem Jenischpark zeigte uns auf vielfältige Weise den Kontrast zwischen der Firma Monkeydick-Productions und der Wohngegend. Die pinken Räume und rosa-farbenen Kleidungsstücke und Accessoires stehen im starken Kontrast zum gehobenen Viertel. Für ein Gruppenfoto wurden uns Studentinnen ein rosafarbenes Tuch um die Hälse gelegt. Wir fühlten uns durch diese Geste in diesem Moment in die Gruppe integriert; vorher haben wir uns als Gäste wahrgenommen.
Im Anschluss daran haben wir uns wieder im Konferenzraum zusammengetroffen und diskutierten über unsere Erfahrungen mit dem „Verknüpft-sein“ als Gruppe. Dr. Lab Monkeydick hatte auf einer Flipchart Fragen vorbereitet, die wir nun beantworten sollten. Die Fragen bezogen sich darauf, wer die größte Freiheit besaß, inwieweit unsere Wünsche erfüllt wurden und inwieweit wir Kompromisse eingegangen sind.
Als abschlieβenden Programmpunkt einigten wir uns auf eine “Appreciative Inquiry”. Dabei sollten wir uns zu zweit zusammenfinden und Interviews anhand eines Fragenkatalogs führen. Die Fragen bezogen sich beispielsweise auf den Begriff der Ambivalenzproduktion und die eigenen Fähigkeiten.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es ein lehrreicher Tag war. Der Begriff der Performance sowie der Ambivalenzproduktion und auch das Konzept, das hinter Monkeydick-Productions steckt, lieferten Diskussionsstoff und boten neue Gedankengänge. Das ungerechte Verhältnis im Berufsleben war ein zentrales Thema. Die Erlebnisse haben uns einen weiteren Blickwinkel auf die Arbeitssituation gegeben, der wir uns auch weiterhin befassen werden.

 

 

 

 

Wir danken Dr. Fokke Peters für rechtliche Unterstützung! www.fcp-law.com

News: Monkeydick-Production@Home

Liebe Gäste des AmbivalenceCenters,
liebe Familie Monkeydick,

und natürlich vor allem liebe Repräsentantinnen von Ateliers für die Kunst e.V. Aufgrund eines Austauschprogramms für Frauen in der Wirtschaft bin ich, Friedel Monkeydick, leider verhindert, der Einweihung unseres neuen AmbivalenceCenters beizuwohnen. Dennoch lasse ich es mir nicht nehmen, ein paar kurze ungezwungen-effiziente Grußworte von Übersee aus der Finanzmetropole New York über den großen Teich zu senden. Gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen, neueste Erkenntnisse, die ein derartiger Auslandsaufenthalt mit sich bringt, an den MANN zu bringen.

Oftmals hat sich Monkeydick-Productions den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass es überhaupt nichts produziere. So what? Andere Unternehmen scheint es auch herzlich wenig zu interessieren, ob sie etwas Brauchbares herstellen oder nicht. Abgesehen davon produziert Monkeydick-Productions ja sehr wohl tagtäglich mit immer neuem Eifer Ambivalenz.
Ebenso wird Monkeydick-Productions vorgehalten, dass die Vetternwirtschaft im Unternehmen ungerecht, starr und intransparent sei. Aber auch hier orientiert sich Monkeydick-Productions an berühmten Vorbildern aus Wirtschaft, Kunst und Politik.

Dass Monkeydick-Productions eine selbstbezügliche Therapiegruppe sei, mag in Teilen zutreffen, aber auch in diesem Punkt imitiert Monkeydick-Productions nur die Realität, Konversationen, die in jeder Kaffeküche stattfinden könnten. KÖNNTEN - denn obwohl Monkeydick-Productions sich den Schuh partiell anzieht, ist der entscheidende Punkt doch der, dass sich Monkeydick-Productions permanent der Unentscheidbarkeit menschlichen Zusammenlebens stellt. Monkeydick-Productions versucht die Unentscheidbarkeit zur Aus- und Aufführung zu bringen und gegebenenfalls Veranwortung für die getroffenen Entscheidungen zu übernehmen.

Und was ist dafür nicht ein geeigneterer Ort als das heute Abend einzuweihende AmbivalenceCenter? Dafür, dass Monkeydick-Productions die Möglichkeit gegeben wird, in dieser herrschaftlichen Atmosphäre zu arbeiten, möchte ich allen beteiligten Instanzen, der Stadt Hamburg, unserem Ehrenmitglied Hensel Monkeydick und ganz besonders den MitarbeiterInnen und dem Auswahlgremium des Vereins Ateliers für die Kunst für danken. Vielen Dank für Ihr Vertrauen!

 

Liebe Freunde der Kunst, Kultur und produzierten Ambivalenz,

am Samstag habt Ihr die wundervolle Möglichkeit, den Abend in der ungezwungen-effizienten Atmosphäre unseres VII. During-Work-Club zu
beginnen. Wir werden in diesem Rahmen unser neues AmbivalenceCenter
einweihen und unseren Film LIFE@WORK zeigen. Darüber hinaus steht Euch unser Team für jegliche Fragen und Kommentare Antwort. Und als wenn das nicht schon genug wäre: Ein Teil des Monkeydick-Music-Departments wird für musikalische Gaumenfreuden sorgen und den Abend mit beschwingten Beats aufheizen.

Wir würden uns sehr freuen, Euch (und Eure Freunde) auch in diesem Rahmen wiederzusehen.